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Die stationäre Tinnitus-Reha

Aktualisiert: 28. Sept. 2022

Der Begriff Rehabilitation (Kurzform: Reha) kommt aus dem Lateinischen. Er bedeutet wiederherstellen der Gesundheit durch eine stationäre Behandlung.

Der Begriff „Kur“ ist nicht mehr gebräuchlich. Er erinnert zu sehr an „morgens Fango und abends Tango“.

Eine stationäre Behandlung geht über das Maß einer Kompaktkur hinaus. Grundsatz:

  • Die Tinnitus-Kompaktkur dient der Vorbeugung von Krankheiten.

  • Die stationäre Reha dient der Behandlung von mit Tinnitus auftretenden Krankheiten.


Es gibt 3 Gründe, die für eine Rehabilitation sprechen:

  1. Dein Hausarzt/ Facharzt hält sie für dringend erforderlich.

  2. Eine ambulante Reha oder eine Behandlung über Rezept haben geringe Aussichten auf Erfolg.

  3. und eine psychotherapeutische, psychiatrische und neurologische Betreuung sind erforderlich.ch.h..scheinlichkeit ei

Wann erfolgt eine Behandlung stationär?

Besteht ein Tinnitus länger als 3 Monate ist eine stationäre Reha sinnvoll, wenn

  • die Betroffenen darunter leiden und

  • Depression, Angst, posttraumatisches Belastungssyndrom und Panikstörungen hinzukommen.

Welche Voraussetzungen gibt es bei einer Rehabilitation?

Eine Reha erfolgt in spezialisierten Kliniken. Voraussetzungen:

  • an deinem Wohnort stehen ambulante Maßnahmen nicht zur Verfügung,

  • du leidest erheblich unter deinem Ohrgeräusch,

  • es droht eine Erwerbsminderung,

  • du bist in deinem Leben beeinträchtigt und

  • eine psychotherapeutische, psychiatrische und neurologische Betreuung sind erforderlich.

Ein Beispiel erläutert dir die Voraussetzungen:

Du erkrankst an einem Tinnitus. Der HNO-Arzt behandelt dich nach den Leitlinien mit Kortison als Tablette oder Infusion. Ist die Therapie ohne Erfolg, spritzt dir dein Arzt das Kortison in das Ohr. Die sogenannte Intratympanale Kortisontherapie ITC ist ein schmerzloses Verfahren unter örtlicher Betäubung.

Die Akutbehandlungen helfen nicht? Du leidest zunehmend unter

  • Angstzuständen,

  • depressiven Episoden,

  • gestörter Schlaf- und Konzentration und

  • Kopfschmerzen und Verspannung der Schulter- und Nackenmuskulatur?

Die Folge sind Fehlzeiten am Arbeitsplatz. Hier gibt es für dich die Möglichkeit der Reha.


Welchen Einfluss hat das Tinnitus-Stadium?

Der chronische Tinnitus unterteilt sich in kompensiert und dekompensiert.


Kompensierter Tinnitus

Stadium 1 und 2: Du hörst das Geräusch und du hast wenige oder keine weiteren Symptome. Dein Leidensdruck ist gering. Er beeinträchtigt nicht die Qualität des Lebens. Die Prävention steht im Vordergrund. Eine ambulante Tinnitus-Kompaktkur ist medizinisch sinnvoll.


Dekompensierter Tinnitus

Stadium 3 und 4: Die Ohrgeräusche greifen in dein Leben ein. Psychische Erkrankungen (z.B. Angst, Depression, Schlafstörungen, gestörte Konzentration) können auftreten oder sich verschlechtern. Du hast einen massiven Leidensdruck und eine stark verminderte Lebensqualität. Eine stationäre Rehabilitation ist erforderlich.


Die 5 Schritte zur Reha

Den Antrag musst du bei deiner Krankenkasse oder der Rentenversicherung stellen. Es bedarf der Schriftform. In der Regel geben sie dem Antrag statt.

  1. Schritt: Du suchst deinen HNO-Arzt/-Ärztin oder Hausarzt/-Ärztin auf.

  2. Schritt: Mit ihm besprichst du, welche Maßnahmen in deinem Fall sinnvoll sind: ambulant oder stationär.

  3. Schritt: Sie füllen die Reha-Antragsformulare aus. Sie müssen ausführlich begründen, warum gerade du zu diesem Zeitpunkt eine Reha benötigst.

  4. Schritt: Du hast weitere Krankheiten? Schlafstörungen, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, orthopädische Erkrankungen? Bitte den Fachkollegen um eine Stellungnahme und eine Befürwortung des Antrages.

  5. Schritt: Du gibst den Antrag und die Stellungnahme des Hausarztes/-Ärztin bei der Rentenversicherung oder Krankenkasse ab.

Erhalte ich eine Krankschreibung?

Bei einer Reha ist eine Krankschreibung (=Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) nicht erforderlich. Es reicht, die Bescheinigung des Trägers der Rehabilitation, deinem Arbeitgeber vorzulegen.


Die Bescheinigung muss den Beginn und die Dauer enthalten. Du musst keinen Erholungsurlaub nehmen.


Wer übernimmt die Kosten bei der Reha?

Die Kosten übernimmt

  • bei Arbeitnehmern die Rentenversicherung, insbesondere wenn die Möglichkeit einer dauernden Arbeitsunfähigkeit oder Erwerbsminderung bestehen,

  • bei Unfällen und Berufskrankheiten die Berufsgenossenschaft,

  • bei nicht Beschäftigten die gesetzliche Krankenversicherung,

  • bei privat Versicherten die private Krankenversicherung (siehe vereinbarten Tarif) oder die Beihilfe.

Übernommen werden die Kosten für

  • Betreuung und Behandlung,

  • Verpflegung und

  • Unterbringung.

Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, müssen 10 Euro pro Reha-Tag zahlen, höchstens jedoch 42 Tage. Bei Kindern und bei Unfällen entfällt die Zuzahlung.



Hinweis

In dem Artikel versuche ich Licht in den für Laien und Fachleute nicht überschaubaren „Reha-Dschungel“ zu bringen. Ich erhebe nicht den Anspruch einer Beratung. Hier wendet euch an eure Krankenkasse oder die Rentenversicherung. Sie haben genau die Fachleute, die dich optimal beraten.

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