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Ablauf der Psychotherapie: Der Weg in meine Privatpraxis

  • Michael Sassenberg
  • 5. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Viele Menschen zögern lange, bevor sie Hilfe suchen. Die Belastung drückt schwer, doch der erste Schritt wirkt riesig.


Was passiert am Telefon? Verlangt der Arzt sofort die ganze Geschichte? Wie verläuft das erste Gespräch? Passt diese Praxis zu mir?


Dieser Text beschreibt das Vorgehen in meiner Privatpraxis für ärztliche Psychotherapie. Kollegen arbeiten oft anders. Das liegt an verschiedenen Methoden oder Schwerpunkten.


Therapie verlangt keinen perfekten Start. Meist beginnt alles mit einem vorsichtigen Kontakt und der Frage, ob eine Zusammenarbeit sinnvoll erscheint.




Eine offene Tür - der erste Schritt muss noch nicht den ganzen Weg zeigen.
Eine offene Tür - der erste Schritt muss noch nicht den ganzen Weg zeigen.





Der erste Kontakt


Am besten rufen Sie mich während der Sprechzeiten an:


dienstags, mittwochs und donnerstags von 14:00 bis 14:30 Uhr.


Falls niemand abhebt, hinterlassen Sie eine Nachricht auf dem Band oder schreiben eine E-Mail. Nennen Sie Zeiten für einen Rückruf. Ich melde mich dann bei Ihnen.


Zuerst klären wir nur die grobe Richtung. Wir besprechen kurz den Anlass und prüfen die Dringlichkeit. Passt Ihr Anliegen zu meinem Angebot? Ergibt ein langes Gespräch vor Ort Sinn?



Das Erstgespräch


Im ersten Treffen lernen wir uns in Ruhe kennen.


Sie prüfen Ihr Bauchgefühl: Fühle ich mich sicher? Vertraue ich diesem Menschen schmerzhafte Erlebnisse an?



Ich schaue auf die medizinische Seite. Im Kopf ordne ich Ihre Schilderungen ein. Seit wann leiden Sie unter Erschöpfung, Angst oder Trauer? Passt meine tiefenpsychologische Arbeitsweise zu Ihren Problemen?


Bringen Sie keine Akten mit. Wir besprechen später, ob wir Berichte oder Listen früherer Medikamente brauchen.



Warum die Chemie stimmen muss


Psychotherapie arbeitet mit fachlichen Konzepten und Methoden. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Technik, sondern die therapeutische Beziehung: das Miteinander, das Vertrauen und die Bindung, die sich zwischen Patientin oder Patient und Therapeutin oder Therapeut entwickeln können.


Nicht jeder Mensch harmoniert mit jedem Therapeuten. Passt das Anliegen nicht zur Praxis, empfehle ich eine andere Stelle oder ein anderes Verfahren.


Diese Entscheidung zeugt von Verantwortung.


Prüfen Sie genau: Nimmt der Arzt mich ernst? Wirkt er klar auf mich? Traue ich mich, hier die Wahrheit zu sagen?


Gute Arbeit beginnt mit dem Gefühl, gemeinsam ein Ziel erreichen zu können.



Die probatorischen Sitzungen


Nach dem ersten Treffen folgen in der Regel 5 Probestunden, die sogenannten probatorischen Stunden. Wir vertiefen den Eindruck.


Wir schauen auf Ihren Alltag, die Familie und wiederkehrende Probleme. So erkennen wir, warum Belastungen bleiben und welche inneren Konflikte dahinterstecken.


Nach drei bis fünf Stunden steht ein Plan: Wo liegt das Kernproblem? Was lässt sich erreichen? Welche Ziele verfolgen wir? Nun bereiten wir auch die Anträge für die Versicherung vor.




Orientierung entsteht gemeinsam.
Orientierung entsteht gemeinsam.






Der zeitliche Rahmen


Ein Termin dauert 50 Minuten.


Am Anfang treffen wir uns jede Woche. Therapie braucht Rhythmus. Regelmäßige Termine helfen dabei, Themen tief zu bearbeiten.


Später vergrößern wir die Abstände auf vier oder acht Wochen. Das festigt den Erfolg und bereitet auf die Zeit nach der Therapie vor.


Kommen Sie zu spät, endet die Stunde trotzdem zur vereinbarten Zeit. Dauert ein Gespräch wegen einer Krise länger, berechne ich diese Zeit nicht zusätzlich.



Privatpraxis, Kosten und Transparenz


Ich leite eine Privatpraxis für ärztliche Psychotherapie und biete Behandlungen auf privatärztlicher Basis an.


Mein Angebot richtet sich an Personen mit privater Krankenversicherung oder Personen, die ihre Therapie selbst finanzieren. Eine Abrechnung über die gesetzlichen Krankenkassen biete ich nicht an. Deshalb finden Versicherte der gesetzlichen Kassen keinen Platz in meiner Praxis, sofern die Krankenkasse die Kosten tragen soll.


Wir besprechen die anfallenden Gebühren offen vor dem ersten Termin. Sie erhalten die Rechnung persönlich zugestellt. Ihr Versicherungsvertrag bestimmt, in welcher Höhe Ihre private Krankenversicherung oder die Beihilfe den Betrag erstattet. Nehmen Sie deshalb am besten vorab Kontakt zu Ihrem Versicherer oder der Beihilfestelle auf.



Kontrolle und Qualität


Ich dokumentiere den Verlauf sorgfältig.


In festen Abständen - etwa alle zehn Stunden - schauen wir gemeinsam auf die Fortschritte.


  • Arbeiten wir noch an den richtigen Punkten?

  • Was hat sich verbessert?

  • Wo klemmt es noch?

  • Muss ich den Schwerpunkt verschieben?


Psychotherapie braucht Tiefe und eine klare Richtung.



Praxisbezug


Psychotherapie gleicht einer Fahrt auf einem Segelboot. Vor dem Ablegen mit einem fremden Skipper achten Reisende auf ihr Bauchgefühl: Erweckt dieser Mensch Vertrauen? Hört er bei Sorgen aufmerksam zu? Bewahrt er in stürmischen Momenten die Ruhe? Bietet er Orientierung ohne Bevormundung?


In der Psychotherapie spielt die Methode eine untergeordnete Rolle. Der Erfolg hängt von einer stabilen Beziehung zwischen beiden Seiten ab. Ohne Vertrauen empfiehlt sich kein Aufbruch zu diesem gemeinsamen Weg.




Wie auf rauer See kann auch in der Psychotherapie Vertrauen tragen, wenn jemand da ist, der ruhig Orientierung gibt und den Kurs hält.
Wie auf rauer See kann auch in der Psychotherapie Vertrauen tragen, wenn jemand da ist, der ruhig Orientierung gibt und den Kurs hält.






Medizinischer Hinweis


Dieser Text informiert allgemein. Er ersetzt keinen Besuch beim Arzt. Bei Gefahr oder Suizidgedanken wählen Sie sofort den Notruf 112 oder kontaktieren Sie eine psychiatrische Klinik.



Abschlussgedanke


Tante Erika aus Großröhrsdorf sagt oft:


„Kind, du musst den Weg nicht bis zum Ende sehen. Es reicht, wenn du die Klinke der ersten Tür findest - und jemand drinnen Zeit für dich hat.“

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