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Männlicher Narzissmus - und was bist Du?

Narzissmus ist die Selbst- und Eigenliebe, die Menschen für sich empfinden. Jeder Mensch hat narzisstische Züge.


Der positive Narzissmus ist gesund! Er bringt uns und unser Leben in ein Gleichgewicht. Die Eigenliebe stabilisiert unser Selbstwertgefühl.

Positiver Narzissmus behät das Gegenüber im Auge

In schlechten Zeiten sagen wir uns, dass wir es schaffen, dass wir gut und richtig sind und alles besser wird. Die Stärken lieben und seine Schwächen akzeptieren. Und bei allem auch den anderen im Blick haben, die Frau oder den Mann, die Kinder, die Familie oder die Kollegen. Das Gegenüber ist kompetent und wertvoll. Menschen begegnet er mit Respekt und Achtung.


Hinter dem negativen Narzissmus steckt ein zerbrechliches Selbstwertgefühl mit großen Ängsten. Um diese für sich und andere zu verschleiern, spielen Narzissten eine Rolle oder mehrere Rollen. Der Eroberer, der Liebhaber, der Geschäftsmann oder Politiker. Und in jeder ist er der absolute Star!


Heiratsantrag eines Narzissten: " Ich liebe mich. Liebst Du mich auch?"


Negativer Narzissmus zerstört den Narzissten und sein Gegenüber

Die Ursachen für den Narzissmus sind nicht eindeutig belegt. Die negativen Auswirkungen für den Betroffenen und seine Familie, Freunde und Angestellten kennt jeder.


Betroffen sind 2 bis 4 Prozent der Deutschen, zu zwei Dritteln Männer.


Was haben Trump und Merkel gemeinsam?

Der negative Narzisst bestätigt sein großartiges Wesen durch den Kontakt mit Menschen. Er dominiert, beherrscht und gestaltet nach seinem Willen, gerade wie ein Bildhauer, der eine Statue formt und selbstgefällig auf sein Kunstwerk schaut. Er erlaubt ihnen, an seiner Aura teilzuhaben. Hinter der glänzenden und spiegelnden Fassade ist der Narzisst einsam, verlassen und unsicher. Aus diesem Grund kritisiert und bestraft er, wer ihn nicht anerkennt und sein Selbstwert in Frage stellt.


Wer die Gabe hat, sich selbst darzustellen, wird heute keine Probleme damit haben, erfolgreich zu sein. Hemmungsloser Narzissmus ersetzt fachliche Kompetenz.

K. Michael Mühlfeld, Bonn


Narzissmus- offen oder verdeckt

Ein Schelm, der bei diesem Zitat an unsere Politiker denkt. Wunschdenken ersetzt Fachwissen, die Sorge um die Karriere und die Parteidisziplin die Sorge um das Allgemeinwohl.


Für den negativ-offenen Narzissmus ist Donald Trump das Beispiel: Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich. Er verleumdet Gegner, möchte sie vernichten und zerstören, verdreht die Realität und teilt die Welt in ein schwarz-weiß-Schema ein.


Angela Merkel ist das Beispiel für eine negativ-verdeckte Narzisstin. Scheinbar freundlich, herzlich, verbindlich und offen. Die Realität? Sie ist eine Machtpolitikerin, isoliert Konkurrenten, wenn sie sie nicht mehr benötigt, wie eine Spinne im Netz. Friedrich Merz oder Helmut Kohl können ein Lied davon singen. Sie umgibt sich mit Bewunderern und Ja-Sagern, die ihr Selbst stabilisieren und nicht gefährden.


Wie sonst lassen sich die Karrieren von Peter Altmaier, ehemals Bundesminister für Wirtschaft und Ursula von der Leyen, frühere Verteidigungsministerin, erklären? Trump und Merkel sind sich ähnlich: Sie brauchen Beifall für ihr schwaches Ego.


Wer war Narziss - Mythologie eines Schönlings

Narziss, wunderschön und selbstverliebt, ist Sohn eines Gottes und einer Nymphe. Die Menschen begehren ihn, wollen sich mit ihm vereinen, Männer und Frauen gleichermaßen.

Narzissmus-Mythologie einer Legende

Er verschmäht sie alle. Nemesis, die Göttin des Zorns, verflucht ihn. Als Narziss sein Spiegelbild im Teich sieht, nahm das Unheil seinen Lauf.

Er verliebte sich in das Bild und konnte den Blick nicht abwenden. Er liebte von nun an nur noch sein Spiegelbild. An der Stelle seines Todes fand sich eine weiße Narzisse.


Die 5 wichtigsten Anzeichen von Narzissmus

Das erste Merkmal der Narzissten ist eine niedrige Eigenliebe und ein geringes Selbstwertgefühl, dass obendrein noch zerbrechlich ist. Es wird stabilisiert durch das Verlangen nach Menschen, die zu ihm aufschauen und ihn bewundern.

5 Merkmale des Narzissten

Drei Adjektive kennzeichnen sie: erfolgreich, charmant und interessant. Er möchte durch seinen Witz, seine Erfolge und seinen Humor im Mittelpunkt stehen. Und es gelingt ihm.


Mit Partyplaudereien entfachen sie in anderen ein Feuerwerk der Gefühle. Sie halten sich für den Nabel der Welt. Ist das geglückt, zeigen sie ihr wahres Gesicht. Sie denken an sich, wirken überheblich. Wehe, Du wagst es, sie auf Misserfolge, Probleme oder Schwächen hinzuweisen. Hier reagieren sie empfindlich. Sie spielen die „beleidigte Leberwurst“, ziehen sich aus zurück oder entwickeln zerstörerische Rachegelüste. Grundsatz: Wie kann er es wagen?


"Es gibt keinen einsameren Menschen als den, der nur sich selbst liebt."

Ibn Esra, spanischer Philosoph


Das zweite Merkmal ist das Motto „Zuckerbrot & Peitsche“. Sie spüren intuitiv, wie sie jemanden „einfangen“ . In der ersten Phase heben sie Dich auf ein Podest. Sie beteuern, dass sie einen so großartigen Menschen noch nie getroffenen haben, dass sie einen bewundern, beneiden und glücklich gerade wegen dieser Freundschaft oder Partnerschaft sind. Er ist ein einsamer Cowboy, der Dich mit dem Lasso fängt. Er zieht die Schlinge langsam zu.

Narzissmus und Bashing

Durch das Bashing, eine üble Form der Dauerkritik, verlieren die Menschen in seinem Umfeld das Gefühl für den eigenen Wert. Die Aussagen kennzeichnen ihn:

  • „Du machst es falsch

  • „so musst Du es machen“

  • „wie kann man so blöd sein?"

  • „ich habe Dir mehrmals gesagt!“

  • "denk nach!"

Heftige Kritiken prägen das Zusammenleben. Du fragst Dich, wo der liebevolle Mann oder die charmante Frau geblieben sind.


Das dritte Merkmal ist der Mangel an Empathie. Sie können sich schlecht oder gar nicht in Menschen hineinversetzen. Aber sie spüren, warum der Partner oder die Partnerin sie liebt. Und das nutzen sie aus. Die Partnerin, die Familie, Freunde und Kollegen dienen manipulativ seinem Wohlergehen und der Stabilisierung seines Selbst. Ihre Wünsche und Bedürfnisse zählen nicht.

Narzissmus: Qual und Leiden

Das vierte Merkmal ähnelt einer Langspielplatte.

Vermeintlich Außerordentliches, seine Erlebnisse und seine Abenteuer wiederholt er, ohne ein Gespür für die Langeweile, die er damit verbreitet.

Männliche Narzissten schildern ihre erotischen Abenteuer und ihre sexuelle Potenz. Sie sind der „tolle Hecht“, der die Frauen reihenweise an Land zieht und sie verführt. Irritierte Blicke von Frauen interpretiert er als Erfolg auf das andere Geschlecht. Und die Geschichten werden wiederholt. Nicht einmal, nicht zweimal, sondern wieder und wieder.


Das fünfte Merkmal ist eine fehlende Krankheitseinsicht. Der Depressive und der Zwanghafte leiden. Sie suchen sich Hilfe. Sie möchten gesund sein und ihr Leben genießen. Der Narzisst? Nein. „Ich bin gesund, alle anderen sind krank. Behandeln sie meine Frau, meine Kollegen und meine Kinder. Die ticken nicht richtig“.


So wird man zum Narzissten

Ist der Narzissmus angeboren oder durch die Erziehung bedingt. Die Wissenschaft zeigt Ergebnisse: Ist der Narzissmus im Sinne einer krankhaften Störung der Persönlichkeit zu werten, ist er zum großen Teil genetisch bedingt.


"Früh liebt sich, wer Narziss werden will." Rupert Schützbach, Dt. Dichter


Ein ausgeprägter narzisstischer Charakter, der sich im normalen Bereich bewegt, spricht eher für ungünstige frühkindliche Einflüsse.

Narzissmus entsteht in der Kindheit

Was ist die Ursache, dass ein Kind sich übermäßig lieben muss?

Narzissten unterteilen sich in zwei Gruppen: Kinder, die

a. unter übermäßiger und egoistischer Liebe der Eltern leiden oder

b. emotional und körperlich vernachlässigt wurden.


In der ersten Gruppe heben die Eltern ihr Kind auf ein Podest. Leisten die Kinder altersgemäßes, so fordern und erhalten sie überschwängliches Lob. Sie wollen stets und ständig anerkannt und bewundert werden. Dem Kind werden keine Grenzen gesetzt, so dass kein realistisches Bild von sich entstehen kann.


Eltern projizieren Sehnsüchte und Wünsche in den Sprössling. „Wie einmalig, klug, sportlich, intelligent und künstlerisch unser Kind im Vergleich zu anderen ist“. Was bleibt dem Kind anderes übrig, als seinen Helikopter-Eltern zu glauben. Die kindlichen Gedanken sind einfach: "Meine Eltern glauben, dass ich einzigartig bin. Ich gehöre auf ein Podest. Mir stehen Privilegien und Vorteile zu, ohne dass ich dafür arbeiten muss." Die Welt wird ihm in den Schoß gelegt.


In zweiten Gruppe vernachlässigen die Eltern ihre Kinder.

Wenig Liebe, Gewalt, elterliches Desinteresse und aggressives Verhalten bestimmen seine Umwelt. Und diese Erfahrungswelt versucht das Kind durch eine krankhafte Eigenliebe zu kompensieren. Frei nach dem Motto: "Keiner liebt mich! Ich liebe und verstehe mich umso mehr! Wie kein anderer bin ich einmalig."


Narzissmus in der Partnerschaft

Die Partnerschaft mit einem Narzissten oder einer Narzisstin ist schwierig, kompliziert und häufig unmöglich. Sie suchen den Partner oder die Partnerin gezielt aus, wie ein anderer sich ein Auto, ein Haus oder ein Gravelbike aussucht. Sie spüren unbewusst die Schwäche des anderen. Und hier setzen sie gezielt ihren Charme, Witz und Humor an.

Narzissmus-Feuerwerk der Gefühle

Und wenn sie ihre Wahl getroffen haben, entfachen sie ein Feuerwerk der Emotionen. Sie sind witzig, hilfsbereit und galant. Hier ein Strauß Rosen, da ein teures Parfum oder ein Besuch des Mailänder Teatro alle Scala. "Was wünscht Du Dir? ich erfülle es!" Mit gezieltem Charme legen sie Dir die Welt zu Füßen.

Nachdem er einen Menschen erobert hat, kommen die ersten Kritiken. Erst langsam, kaum merkbar, aber immer häufiger. Später laut und deutlich.

Narzissmus - Strafe durch Missachtung

Typische Aussagen werten den Partner oder die Partnerin ab. Dahinter steht die Idee: "Sei glücklich, dass du eine Super-Frau oder einen Super-Mann wie mich gefunden hast". Die Aggressionen nehmen zu. Das Gegenüber nimmt sich, seine Wünsche und Ziele mehr zurück und geht in der Person des Narzissten auf. Sie werden ein Schatten des Narzissten. Es kommt zum Co-Narzissmus.


Ist Narzissmus behandelbar?

Narzissmus ist eine Charakter- und Verhaltenseigenschaft eines jeden Menschen. Eine Therapie ist erforderlich, wenn die Umwelt oder der Betroffene leiden. Das ist beim negativen Narzissmus der Fall.

Narzissmus und Psychotherapie

Es gibt zwei Patientengruppen, die einen Therapeuten besonderes fordern: Der zwanghafte und der narzisstische Patient. Bei einem Zwang bespricht man über Jahre den gleichen krankhaften Ablauf, wie zum Beispiel beim Wasch- oder Kontrollzwang. Und bei der narzisstischen Persönlichkeit sind die Themen die Größenfantasien und die Uneinsichtigkeit. Das ist schwer zu ertragen.


Hilfe suchen sie erst bei zwischenmenschlichen Problemen. Eine fundierte Psychotherapie lehnen sie ab. Unbewusst haben sie Angst sich ihren wahren Gefühlen zu stellen: Einsamkeit, Trauer, Sucht, Widerspruch und Selbstzweifel. Lieber suchen sie Hilfe in "Scheintherapien" bei nicht qualifizierten Behandlern: Drogen, Heilpraktiker, Tarot- Karten.

Narzissmus und die Suche nach der schnellen Heilung

Ein Verlust des Status, die Scheidung, der nicht mehr übersehbare Streit mit dem Vorgesetzten oder ein schweres Leiden, das die Leistungsfähigkeit einschränken, treffen ihn hart. Seine Schutzmechanismen brechen zusammen.

Hier besteht die Gefahr von gefährlichen Verhaltensweisen: Alkoholismus, Selbstmord oder Abbruch von Kontakten.

Narzissmus und Hilfe

Viele Narzissten wünschen keine Psychotherapie. Nicht sie sind krank oder gestört, sondern die anderen. Und wenn sie sich auf eine Therapie einlassen, dann erhoffen sie vom Therapeuten einen Schuldspruch der anderen, frei nach dem Motto: Die Psychotherapie hat ergeben, dass Du Schuld bist!


In einer Therapie wird an einem realistischen Selbstbild (Stärken und Schwächen), der Fähigkeit zur Empathie und der Biografie (wie ist es dazu gekommen!) gearbeitet. Eine Paartherapie ist kein Ersatz für eine Einzeltherapie des Narzissten.

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